Ausführliche Erläuterung des Vorgangs mit Beispiel und Programm
Wer den Begriff "Ticks" und die eingebauten Zeitfunktionen noch nicht kennt,
sollte vorher den Beitrag "Die Zeit im HP 49G" zu lesen.
Auch die Notation sollte bekannt sein.
- Begriffe
- Methode der Justierung
- Korrektur der Uhrzeit und Justierung der Ganggenauigkeit
- Bemerkungen zum Vorgang
- Bemerkungen zur Ganggenauigkeit
- Praktisches Beispiel für die erstmalige Justierung (Grobjustierung)
- Schaltuhr-Programm
- Prinzip der Justierung (Grafik)
- Kontrollieren und Korrigieren der Ganggenauigkeit
- Zeitumstellung
- Justierprogamm JUST
- Kurz-Anleitung
- Tools zur Justierung
Wenn wir von Kalibrieren, Justieren, Korrigieren und Einstellen sprechen, so sollten alle Leser dies im selben Sinne verstehen:
Kalibrieren ist das Ermitteln der vorhandenen Abweichung eines Meßgeräts (hier: Uhr) vom richtigen Wert. Ein Meßgerät ist dann in Ordnung, wenn die ermittelten Abweichungen innerhalb der festgelegten Grenzen liegen.
Durch Justieren (Abgleichen) wird ein Meßgerät (hier: Uhr) so verändert, daß (im Normalbetrieb) die Meßabweichungen möglichst klein werden.
Einstellen heißt, die Anzeige auf einen bestimmten Wert stellen.
Korrigieren heißt, die Anzeige auf den richtigen Wert einstellen, indem man die beim Kalibrieren festgestellte Abweichung eliminiert.
Hinweis:
Bei höhergetakteten HP49-Exemplaren (siehe SPEEDUP-Module) läßt sich nachfolgend beschriebene Methode nicht verwenden.Die HP49-Uhr (eingebaute Systemuhr, Zeitzähler) weicht im Laufe von Tagen und Wochen von der genauen (wahren) Uhrzeit ab, die Uhr "bleibt hinten" oder "läuft vor". Will man aber auch im Rechner genaue Uhrzeit haben, muß man die HP49-Uhr so justieren, daß sie immer (bei geringer Toleranz) die genaue Uhrzeit zeigt.
Die Frequenz des internen Taktgenerators (Zeitzählers) kann man nicht ändern, weil dazu ein Eingriff in die Hardware des Taschenrechners erforderlich wäre.
Ein echtes Justieren der Systemuhr durch Verändern des internen Zeittakts ist nicht möglich, weil kein Eingriff in die Hardware des Rechners erfolgen soll.
Deshalb beruht die hier gezeigte Methode der Justierung darauf, daß durch manuelles Kalibrieren (durch Vergleich mit einer Funkuhr) die genaue Abweichung festgestellt wird. Kalibrieren erfolgt im Abstand von einigen Tagen oder Wochen. Die festgestellte Abweichung wird auf die Zeiteinheit umgerechnet und dann wird die Anzeige in bestimmten regelmäßigen Abstanden automatisch korrigiert.
Diese Korrektur der HP49-Uhrzeit erfolgt zu den Korrekturzeitpunkten mit dem HP49-Befehl CLKADJ, so daß zu diesem Zeitpunkten die HP49-Uhr wieder mit der wahren Uhrzeit "synchron" läuft. Eine Grafik zeigt das Prinzip.
Was sind Ticks? Im Text wird die Bezeichnung Ticks
- für die Position eines Zeitpunkts auf der Zeitskala (Stand des Zeitzählers) und
- für die Maßeinheit der Skaleneinteilung
verwendet (siehe auch Beitrag "Die Zeit im HP 49G")
1 Sekunde = 8192 Ticks(-Einheiten) bzw. 1 Tick = 1/8192 Sekunden.
Der Zeitzähler der HP49-Uhr zählt in Ticks-Einheiten. Der Zählerstand für den aktuellen Zeitpunkt kann durch den Befehl TICKS abgerufen werden.
Welche Bedeutung (Zählerstand oder Zeitraum) im Einzelfall gemeint ist, geht aus dem Zusammenhang hervor.
Korrektur der Uhrzeit und Justierung der Ganggenauigkeit
Folgende Schritte sind durchzuführen:
1.
Uhrzeit korrigierenBereitzulegen ist eine Uhr, die exakt die wahre amtliche Uhrzeit anzeigt (z. B. Funkuhr, Chronometer). Diese wird als genaue Vergleichsuhr verwendet. Zu Beginn stellt man die HP49-Uhr exakt auf die wahre Uhrzeit ein. Man nennt diesen Vorgang der Uhrzeitkorrektur auch "Synchronisieren".
2.
Zeitpunkt
speichernDer Zeitpunkt dieser Korrektur wird mit dem Befehl TICKS abgerufen. Dieser Wert wird in der Variablen TJUST (= Termin der Justierung) gespeichert.
Zur Vorbereitung der nächsten Schritte wird eine Variable AF (= Automatische Fehlerkorrektur) angelegt und die Zahl 0 dort gespeichert. Dieser Wert wird später für die automatische Synchronisierung verwendet.3.
Abweichung feststellen,
Uhrzeit korrigierenNach einigen Tagen oder Wochen wird festgestellt, um wieviele Sekunden die HP49-Uhr dann gegenüber der wahren Uhrzeit abweicht. Diese Abweichung wird notiert (Kalibriervorgang).
Anschließend wird die HP49-Uhr wieder exakt auf die wahre Uhrzeit eingestellt (synchronisiert).4.
Zeitraum feststellenDer vergangene Zeitraum in Stunden seit der vorhergehenden Korrektur aus Schritt 2 (bzw. Schritt 7) wird berechnet. Dazu wird TICKS aufgerufen und aus dem ausgegebenen Wert und dem Wert aus TJUST dieser Zeitraum ermittelt. 5.
Ticks pro x Stunden
berechnenAus der bei Schritt 3 festgestellten Abweichung in Sekunden und dem Zeitraum aus Schritt 4 in Stunden wird die Abweichung in Sekunden pro Stunde (s/h) berechnet. Diese Abweichung in Sekunden pro Stunde wird dann in Ticks pro Stunde umgerechnet.
Daraus wird der Korrekturwert für das Justierintervall berechnet. Bei einem Schaltuhr-Alarm nach Schritt 8 ergibt sich für ein Schaltuhr-Intervall von x Stunden: x · (Ticks/Stunde) = (Ticks pro x Stunden)6.
Wert aus 5 in
AF dazuspeichernDer daraus resultierende Wert (Ticks pro x Stunden) wird (mit STO+) in die Variable AF gespeichert. Damit wird die dort schon festgelegte bisherige Justierung verbessert (kumulative Verbesserung). 7.
Zeitpunkt speichernDer Zeitpunkt dieser (erneuten) Änderung des AF wird mit TICKS festgestellt und wieder in TJUST gespeichert (alter Wert wird damit überschrieben).
TJUST enthält immer den Zeitpunkt der letzten (neuesten) manuellen Synchronisierung, denn ab diesem Zeitpunkt bauen sich die neuen, später zu korrigierenden Abweichungen auf.8.
Schaltuhr-Alarm
alle x StundenNach dem ersten Durchlauf der Schritte 1 bis 5 wird ein Schaltuhr-Alarm eingerichtet, der mit dem Korrekturwert aus AF per Befehl CLKADJ die Uhrzeit korrigiert.
Der Schaltuhr-Alarm (repeat alarm) schaltet alle x Stunden zum gegebenen Zeitpunkt den Rechner ein, führt die Korrektur durch und schaltet den Rechner wieder aus.Hinweis: Nachteil dieser Methode ist, daß man zu diesem Zeitpunkt in der Arbeit mit dem Rechner durch plötzliches automatisches Ausschalten gestört wird.
9.
Nachjustierung
(Schritte 3 bis 7)Nach einigen Wochen werden die Schritte 3 bis 7 manuell (oder per manuell gestartetem Programm) wiederholt. Der Wert für die Ticks-Anzahl in AF wird verbessert. Nun dient der verbesserte Wert in AF dem Schaltuhr-Programm zur automatischen Korrektur (Justierung).
Wer nur gelegentlich mal die Uhrzeit manuell korrigieren will, führt nach Bedarf die Schritte 1 bis 3 durch.
Will man automatisch korrigieren und justieren, dann sollte man zwischen den Schritten 2 und 3 mindestens einen Tag verstreichen lassen, weil die HP49-Uhr diese Zeit braucht, um ab dem Zeitpunkt der letzten Einstellung (Schritte 1 bis 7) die Abweichung langsam aufzubauen, so daß sie meßbar wird.
Der Schaltuhr-Alarm wird durch die Schritte 3 bis 7 nicht berührt. Er kann dabei aktiv bleiben. Das Programm holt sich nur alle paar Stunden zum gegebenen Zeitpunkt den aktuellen Justierwert aus AF und korrigiert damit die Uhrzeit.
Bemerkungen zur Ganggenauigkeit
Bei Schritt 7 ist zu beachten, daß der Wert in AF ein akkumulierter Wert ist. Die erste Einspeicherung (Grobjustierung) wird einen relativ großen Wert ergeben, weil vorher die Uhr nicht justiert war.
Die weiteren manuellen Nachpüfungen der Ganggenauigkeit gemäß den Schritten 3 bis 7 ergeben dann für die vorher schon grob-justiert laufende HP49-Uhr entsprechend kleinere Abweichungen von der wahren Uhrzeit.
Bei einer im unjustiertem Zustand exakt gleichförmig laufenden HP49-Uhr (bei der die HP49-Sekunde immer exakt (1 +
t) Funkuhr-Sekunden lang wäre), ergäbe sich bereits bei erstmaliger Durchführung der Schritte 3 bis 7 der genaue Justierwert (-
t), wobei genaues Feststellen der Abweichung
t der Uhr vorausgesetzt wird.
t kann positiv oder negativ sein.
Leider läuft die HP49-Uhr aber nicht konstant, sondern ist Einflüssen aus der Umwelt (z.B.: Temperatur, Batteriespannung, Batteriewechsel, Belastung des Rechners) ausgesetzt, die einen konstanten Lauf der Uhr verhindern. Deshalb muß durch Wiederholung der Schritte 3 bis 7 eine Annäherung des Justierwertes in AF an einen bestimmten akkumulierten Justiergrenzwert erreicht werden. Der Justierwert in AF wird also bei wiederholter Durchführung der Schritte 3 bis 7 um einen Mittelwert pendeln.
Praktisches Beispiel für die erstmalige Justierung (Grobjustierung)
(Hier im Beispiel und im Programm: Schaltuhr-Alarm zur automatischen Justierung alle 6 Stunden)
1. Einstellung der Uhr auf genaue Uhrzeit am 10.01.2002 um 10:20 Uhr 2. Im TIME-Menü gibt es eine Menüfunktion TICKS, diese wird aktiviert und liefert die Systemzeit für den Anfangszeitpunkt. Für den Zeitpunkt von Schritt 1 ergibt sich der Wert #517553170022400d.
Dieser Wert wird in der Variablen TJUST (= Termin der Justierung) gespeichert.
Die Variable AF wird angelegt und erhält den Wert 0.3. Nach einer Woche etwa, am 17.01.2002 um 20:04 Uhr, wird die Abweichung der Uhrzeit festgestellt. Die Abweichung sei -2.6 Sekunden (Uhr geht nach).
Also muß eine Korrektur der Uhrzeit um +2.6 Sekunden vorgenommen werden.
Dazu wird der Korrekturwert (Sekunden) in Ticks umgerechnet: 2.6 · 8192 = 21299 (auf ganze Zahl gerundet).
Mit 21299 CLKADJ (RPN-Modus) wird die Uhrzeit korrigiert.
Die HP49-Uhrzet läuft nun mit der wahren Uhrzeit wieder synchron.Jetzt TICKS aufrufen und diesen Wert für Schritt 7 bereithalten: #517558411591680d.
4. Zwischen den Zeitpunkten von Schritt 1 und Schritt 3 ergibt sich ein
Zeitraum von 7 · 24 + 9 + 44/60 = 177.73333 Stunden.Die Berechnung wird sehr einfach, wenn man den bei Schritt 3 ermittelten Tickswert und den Wert aus TJUST zur Berechnung verwendet:
Ticks aus Schritt 3: 17.01.2002, 20:04 Uhr: #517558411591680d Wert aus TJUST: 10.01.2002, 10:20 Uhr: #517553170022400d Differenz in Ticks-Einheiten: #5241569280d Der Differenzwert #5241569280d wird durch den Befehl B->R in eine reelle Zahl umgewandelt und durch (8192 · 3600) geteilt:
5241569280 / 8192 = 639840 Sekunden,
639840 / 3600 = 173.73333 Stunden (Ergebnis wie oben).5. Der Wert pro Stunde ergibt sich aus den Werten gemäß Schritt 3 und dem Zeitraum aus Schritt 4:
21299 Ticks / 173.73333 Stunden = 122.6 Ticks/Stunde
= 736 Ticks pro 6 Stunden und 2942 Ticks pro Tag (entspricht 0.359 s/d).6. In AF wird der Wert 736 mit STO+ eingespeichert. 7. Mit der Systemzeit #517558411591680d aus Schritt 3 wird der bisherige Wert der Variablen TJUST überschrieben. Dies ist die neue Anfangszeit des Zeitraums für die nächste manuelle Uhrzeitkontrolle. 8. Der Schaltuhr-Alarm alle 6 Stunden wird nicht berührt.
(Hier ist das Beispiel zu Ende.)
Das Schaltuhr-Programm ist in folgendem Bildschirmabzug (Bild_1) zu sehen.
Erläuterung des Schaltuhr-Programms
Mit PATH merkt sich der Rechner, welches Verzeichnis beim Einschalten das aktuelle ist.
- In der geschweiften Klammer steht ein Pfad, der auf das ausgewählte Unterverzeichnis JUST (=Justierung) und dort auf die Variable AF weisen muß. Im Beispiel ist das der Pfad {HOME JUST AF}, weil JUST auf dem HP 49G des Autors ein Unterverzeichnis von HOME ist. Der Benutzer muß hier den Pfad eintragen, der auf seinem Rechner auf die Variable AF weist.
- Mit EVAL springt das Programm dorthin und stellt den Inhalt der Variablen AF in den Stack.
- Der Befehl CLKADJ korrigiert die interne Uhrzeit um diese Anzahl Ticks.
- Mit dem zweiten EVAL aktiviert der Rechner wieder das gemerkte aktuelle Verzeichnis.
- Mit DROP nimmt er die Zahl vom Stack, die dieser Alarm normalerweise dort hinterläßt.
- Mit OFF schaltet sich der Rechner aus (auch wenn man gerade damit arbeitet).
Aufgabe des Schaltuhr-Alarms
Bei der Justierung wird nicht die interne Frequenz des Zeitzählers geändert. Durch die Justierung wird lediglich der Stand des Zeitzählers verändert. Näheres im Beitrag "Die Zeit im HP 49G"
Der Schaltuhr-Alarm korrigiert bei jedem Aufruf die interne Uhrzeit (Systemzeit, Zeitzählerstand) des HP 49G mit einem möglichst genauen Justierwert AF, damit die Uhrzeiten von HP49-Uhr und Vergleichsuhr (wahre Uhrzeit) zu diesem Zeitpunkt wieder übereinstimmen. Ist der Justierwert AF nicht der akkumulierte Mittelwert der Differenz zwischen typischen "konstanten" Gangverhalten der HP49-Uhr und der wahren Uhrzeit, dann erreicht man keine dauerhafte Ganggenauigkeit der angezeigten Uhr.
Nachfolgendes Bild_2 zeigt das Prinzip der Justierung der HP49-Uhr durch den Schaltuhr-Alarm.
Zur Verdeutlichung der Zusammenhänge ist in der grafischen Darstellung das Verhältnis der Korrekturgröße AF zum Abstand der Ausführungszeitpunkte (Justier-Intervall) des Schaltuhr-Alarms und damit das Verhältnis der Ganggenauigkeit der HP49-Uhr zur wahren Zeit absichtlich viel zu groß gewählt worden. Der Wert in AF bewegt sich in Wirklichkeit im Bereich von Sekundenbruchteilen, während das Justier-Intervall mehrere Stunden (beim HP49 des Autors: 6 Stunden) beträgt.
Die blaue Gerade stellt das Gangverhalten der HP49-Uhr ohne Justierung dar. Hier ist sie unterhalb der roten Geraden (wahre Uhrzeit) gezeichnet. Die HP49-Uhr läuft also langsamer als die wahre Uhrzeit. Die blaue Gerade kann aber auch oberhalb der roten Geraden liegen, wenn die HP49-Uhr ohne Justierung schneller läuft.
Zu jedem Korrekturzeitpunkt wird die HP49-Uhrzeit um den in AF gespeicherten Korrekturwert nachgestellt. Die "gezahnten" blaue Linie stellt den korrigierten Verlauf dar. Legte man das Justier-Intervall enger, dann ergäbe sich eine geringere Höhe der "Zähne" dieser Linie. Die HP49-Uhrzeit wiche dann vor dem nächsten Ausführungszeitpunkt des Schaltuhr-Alarms nur noch wenig von der wahren Uhrzeit ab.
Noch ein Hinweis Da die Uhrzeit automatisch per Schaltuhr jeweils um 0, 6, 12 und 18 Uhr korrigiert wird, ist nach Bild_2 zu diesen Zeitpunkten die Uhrzeit "genau gestellt". Die Abweichung (Drift = hellblaue Dreiecke) ist vor der automatischen Korrektur am größten.
Falls man möchte, daß die mittlere Drift minimal (im Idealfall = 0) sein soll, müßte man die manuelle Uhrzeitkorrektur nach obigen Schritten 3 bis 7 immer genau zwischen zwei Schaltuhr-Alarmen (also um 3, 9, 15 oder 21 Uhr), also in der Mitte des Justier-Intervalls, vornehmen. Dadurch würde die in Bild_2 sichtbare sägezahnförmige blaue Linie um 0.5 · AF angehoben, so daß die rote Linie (wahre Zeit) in der Mitte des tatsächlichen (justierten) HP49-Uhrzeitverlaufs zu liegen käme und die HP49-Uhrzeit vor bzw. nach der automatischen Korrektur nur mehr um maximal ±AF/2 davon abwiche.
Bei der gut justierten HP49-Uhr des Autors ist die Drift sehr klein (AF = 510 Ticks = 0.06 Sekunden). Das Anheben um die mittlere Drift von 0.03 Sekunden wäre praktisch nicht beobachtbar.
Die Variable AF enthält bei Beginn die Voreinstellung Null (Schritt 2). Das heißt, der Schaltuhr-Alarm, auch wenn man ihn sofort einrichtet, verstellt anfangs noch nichts. Die Variable TJUST enthält den Zeitpunkt, zu dem erstmals die Zeit genau eingestellt wurde.
Wenn zwischen dem erstmaligen Einstellen der HP49-Uhrzeit (nach obigem Schritt 1) auf die wahre Uhrzeit einige Zeit vergangen ist, kann man die erste Nachjustierung vornehmen, wie oben im Text für die Schritte 3 bis 7 angegeben.
Nachjustierung
In größeren Abständen (ca. 2 bis 4 Wochen) sollte man die Uhrzeit des HP 49G mit einer Vergleichsuhr kontrollieren und korrigieren. Bei Abweichungen kann der Wert in AF mit den in den Schritten 3 bis 7 beschriebenen Aktionen "nachjustiert" und damit verbessert werden .
Eine Zeitumstellung von Sommerzeit (MESZ) auf Winterzeit (MEZ) und umgekehrt oder auf eine andere Zeitzone geschieht durch einfaches Verstellen der Uhrzeit um eine (oder mehrere) Stunden.
Eine Zeitumstellung, also das Vorstellen oder Zurückstellen der Uhr um genau eine Stunde oder um mehrere Stunden ist unabhängig von der Justierung. Dafür ist keine Vergleichsuhr notwendig. Die Uhrzeit wird einfach um einen runden Wert (1 oder mehrere ganze Stunden) verstellt:
1 Stunde = 3600 · 8192 = 29491200 Ticks. Dagegen wird bei der Kalibrierung eine Vergleichsuhr benötigt, um die Gangabweichungen festzustellen. Diese werden dann durch geringfügiges Verstellen der Uhrzeit korrigiert. Eine Justierung mit Hilfe einer Vergleichsuhr nach der oben beschriebenen Methode muß im laufenden Zeitmodus (MEZ oder MESZ) (kurz vor oder nach einer Zeitumstellung) erfolgen.
Achtung:
Korrektur und Zeitumstellung sind zwei getrennte Vorgänge.Wenn man schon unbedingt am Tag der Zeitumstellung kalibrieren will, dann sollte dies vor 2.00 Uhr MEZ (= 3.00 MESZ) geschehen. Liegt die Zeitumstellung im Justierungsintervall (also zwischen den nach den Schritten 2 und 7 gegebenen Zeitpunkten), dann sollte die Berechnung der Intervall-Länge nach Schritt 4 so berechnet werden, als hätte die Zeitumstellung nicht stattgefunden.
Anweisung
Zeitumstellung (englisch: DST = daylight saving time):Der Zeitpunkt der Zeitumstellung an einem bestimmten Tag im März und Oktober jeden Jahres kann zu beliebiger Uhrzeit erfolgen.
Die Zeitumstellung (MEZ auf MESZ oder umgekehrt) erfolgt unabhängig von der genauen Uhrzeit durch Vorstellen oder Zurückstellen der HP49-Uhr
um genau eine Stunde = 3600 s · 8192 Ticks/s = 29491200 Ticks.Befehl in RPN zum Vorstellen der Uhr: 29491200 CLKADJ
Befehl in RPN zum Zurückstellen der Uhr: -29491200 CLKADJ
Diese Befehle kann man jeweils als einmaligen Schaltuhr-Alarm (keinen Repeat-Alarm!) für die Umstellungstermine vorgeben, dann erfolgt die Umstellung automatisch. Dabei sollte beachtet werden, daß dies nicht gerade zum Zeitpunkt des Schaltuhr-Alarms der Justierung erfolgt.Umstellung der Zeitzone
Hier wird die Uhrzeit um n Stunden verstellt, indem man die Uhr mit CLKADJ um
n · 3600 · 8192 Ticks verstellt, wobei das Vorzeichen von n berücksichtigt werden muß.
Der Autor stellt ein Programmverzeichnis JUST einschließlich aller Variablen und Programme zur Verfügung. Damit ist eine Justierung der Ganggenauigkeit der HP49-Uhr nach der oben beschriebenen Methode möglich.
Vielen Dank an Herrn Heiko Arnemann für die hier umgesetzten Verbesserungsvorschläge.Installation
- Durch Übertragen von JUST über das Connectivity Kit vom Computer in das aktuelle Verzeichnis des HP 49G wird dort ein Unterverzeichnis JUST angelegt.
- Damit ist die Installation abgeschlossen.
Vorbereitungen des HP 49G für die Justierung:
- Das genaue Einstellen der Systemzeit erfolgt mit [->TIME] möglichst genau nach einer Vergleichsuhr (Funkuhr, Zeitzeichen o.ä.).
- Wechseln in das neue Unterverzeichnis JUST macht dieses zum aktuellen Verzeichnis (Arbeitsverzeichnis).
Dort werden folgende Menüfelder (siehe rechts Bild_3) angezeigt:
- [KMENU] (= Korrekturmenü),
- [ALM1] (= Schaltuhr-Alarm, noch anzupassen!)
- [TJUST] (= Variable für Zeitpunkt der letzten Justierung)
- [AF] (= accuracy factor = Justierwert).
- Ein Aufruf von [TICKS] im Zeitmenü erzeugt einen aktuellen binären Zeitstempel. Mit dem angezeigten Stackinhalt (Binärzahl) wird die Variable TJUST (= Termin der Justierung) überschrieben. Dies ist der Termin der letzten (neuesten) Korrektur. Dieser wird bei der nächsten Kontrolle und Justierung zur Berechnung des vergangenen Zeitraums gebraucht.
- In AF steht noch die Zahl Null.
- Damit ist die Uhrzeit genau eingestellt und der Zeitpunkt dieser Einstellung genau festgehalten.
Automatische Justierung einrichten
Biz zur Aktivierung der automatischen Justierung sollte man sich einige Tage Zeit lassen, weil die HP49-Uhr Zeit braucht, ab dem Zeitpunkt der genauen Einstellung die Abweichung langsam aufzubauen, so daß sie meßbar wird.
In der Variablen [ALM1] (= Alarm 1) ist der vorbereitete Schaltuhr-Alarm einschließlich dem Schaltuhr-Programm enthalten (Programm siehe Bild oben), allerdings mit der falschen Uhrzeit und dem falschen Datum, weil im voraus nicht bekannt war, wann der Schaltuhr-Alarm auf dem Taschenrechner des Lesers eingerichtet wird. Datum und Uhrzeit des Schaltuhr-Alarms muß der Leser nun an seine aktuelle Situation angepassen.
Anpassen des Schaltuhr-Alarms
Programm und Schaltuhr sind auf automatische Uhrzeitkorrektur alle 6 Stunden abgestimmt.
- Den Inhalt der Variablen [ALM1] in den Stack stellen.
- Über die Taste [CAT] den Befehl STOALARM aufrufen. Der Stackinhalt wird dadurch als Alarm gespeichert.
- Der Rechner gibt eine Nummer in den Stack zurück. Das ist die Nummer des damit aktivierten Schaltuhr-Alarms. Diese Nummer notieren.
- Über [rightshift][TIME] das Zeit-Auswahlmenü aufrufen und 1 (= "Browse alarm") auswählen. Bestätigung mit [OK].
- Nun wird der Alarm-Browser "ALARMS" angezeigt. Wenn mehrere Alarme dort aufgezeigt werden, ist der Alarm der richtige, dessen Zeilennummer mit der zuvor notierten Nummer übereinstimmt. Ist nur ein Alarm vorhanden, dann ist das schon der richtige.
- Das Menüfeld [EDIT] aktivieren, es erscheint das Eingabemenü "SET ALARM".
- Die erste Zeile "Message" zeigt das Schaltuhr-Programm an. Dieses wurde oben bereits beschrieben.
- Nun die Markierung mit der Cursortaste [\/] auf die Stundenzahl der Zeile "Time:" setzen. Hier den nächst gelegenen Zeitpunkt der vollen 6. Stunde (also 0, 6,12 oder 18) eingeben, der demnächst erreicht wird. Minute und Sekunde bleiben auf 00.
Achtung: Programm und Schaltuhralarm sind auf eine Justierung alle 6 Stunden abgestimmt. Wenn hier bei der Einstellung der Schaltuhrzeit davon abgewichen wird, muß auch das Programm und "repeat" (siehe unten bei 10.) angepaßt werden!- In der Zeile "Date:" muß das aktuelle Datum in die drei Felder eingegeben werden, wobei die Jahreszahl mit vier Stellen haben muß, obwohl nur die letzten beiden Ziffern angezeigt werden.
Achtung: Wenn man oben als Stunde 0 Uhr gewählt hat, muß als Datum der kommende Tag eingegeben werden.- In der Zeile "Repeat:" steht "6." und "HOURS", d. h. die Uhr wird alle 6 Stunden um einige Ticks korrigiert. Diese Angaben bleiben so.
Achtung: Programm und Schaltuhr-Alarm sind auf eine Justierung alle 6 Stunden abgestimmt. Wenn hier bei der Einstellung von "repeat" davon abgewichen wird, muß auch die intervallbezogene Berechnung im Programm geändert werden!- Bestätigung mit [OK], damit erscheint wieder das Browserfenster "ALARMS" und dort
- nochmals [OK] drücken, dann ist die Alarmdefinition abgeschlossen. Der Stack wird angezeigt.
- Diese aktuelle Alarmdefinition muß noch gesichert werden. Wenn die vorhin notierte Nummer die "1" ist, dann diese Zahl in den Stack stellen und über die Taste [CAT] den Befehl RCLALARM aufrufen. Die Alarmdefinition erscheint dann im Stack. Mit dieser den Inhalt der vorhandenen Variablen ALM1 überschreiben. ALM1 enthält nun die Sicherung des aktuellen Alarms.
Kalibrieren, Korrigieren und Justieren der Uhrzeit
Die Variable AF enthält am Anfang die Voreinstellung Null. Das heißt, der Schaltuhr-Alarm verstellt noch nichts. Die Variable TJUST enthält den Zeitpunkt, zu dem die Zeit genau eingestellt wurde.
Wenn zwischen dem erstmaligen Einstellen der Systemzeit nach Vergleichsuhr einige Zeit vergangen ist (das Programm verlangt mindestens 24 Stunden), kann man die erste Korrektur vornehmen. Dafür ist das temporäre Menü KMENU vorbereitet, das wie ein Programm aufgerufen werden kann. Das geschieht durch [F1].
Jetzt erscheint das Justiermenü (siehe Bild_4 rechts):
Links oben in der Anzeige sieht man {HOME JUST}. Das ist der Pfad zum Verzeichnis JUST, wie der Autor es bei seinem Rechner eingerichtet hat. Die Anzeige beim Benutzer kann davon abweichen, wenn er das Verzeichnis JUST woanders angeordnet hat. Die Variablen AF und TJUST sieht man nicht, weil dieses temporäre Menü über dem Menü des aktuellen Verzeichnisses JUST liegt. Das Programm kann aber auf diese Variablen zugreifen.Ausführliche Beschreibung des Menüs und der damit verbundenen Aktionen
(Kurz-Anleitung siehe unten)
- [--K-->] kennzeichnet das aktive KMENU. Dieses Menüfeld durch [F1] aktivieren. Es erscheint ein Copyright-Hinweis.
- Nach Aktivierung von [INFO] erscheint ein kurzer Text-Hinweis auf eine notwendige Zeiteingabe.
- Bevor das Menüfeld [JETZT] aktiviert wird, muß eine Uhrzeit, die in der Zukunft liegt und demnächst erreicht wird, in den Stack gestellt werden.
Achtung: Diese Uhrzeit darf nicht schon dem nächsten Tag angehören. Das heißt: Man sollte nicht gerade kurz vor Mitternacht zu kalibrieren beginnen, denn dann wäre die "zukünftige" Uhrzeit niedriger und würde einen Fehler verursachen.- Diesen Zeitpunkt abwarten und exakt dann, wenn dieser Zeitpunkt auf der Vergleichsuhr erreicht wird, [JETZT] aktivieren. Es erscheint ein Hinweis, daß alle Werte berechnet sind.
Durch [WERTE] Anzeige der vorher durch [JETZT] berechneten Werte aktivieren.
Das Bild_5 (siehe rechts) zeigt ein Beispiel. Die Abweichung war -3.68 Sekunden (Uhr geht "nach"). Die Korrektur beträgt somit +3.68 Sekunden . Dieser Wert steht in der Variablen UHRKO (= Uhr-Korrekturwert). Seit der letzten Kalibrierung sind 499.25 Stunden vergangen. Dieser Wert steht in der Variablen STUND. Die automatische Korrektur erfolgt alle 6 Stunden um 362 Ticks (= 3.68 · 8192 · 6 / 499.25). Dieser berechnete Wert steht in der Variablen AFKO.- Die Aktionen Nr. 3 bis 5 können öfters wiederholt werden. Die Uhrzeit wird dabei noch nicht korrigiert und justiert.
Wenn die angezeigten Werte in Ordung sind, [KORR] aktivieren. Jetzt ist die Uhrzeit korrigiert und die Ganggenauigkeit justiert. Es erscheint die Anzeige, wie im Bild_6 (siehe rechts) dargestellt. Die Uhrzeit wurde hier um 3.68 Sekunden (= 30174 Ticks) vorgestellt und wird alle 6 Stunden nochmals um 362 Ticks automatisch korrigiert. Die Variable TJUST wurde automatisch mit dem Binärwert für diesen Justierzeitpunkt überschrieben. Der Wert der Variablen AFKO wurde per Programm mit STO+ in der Variablen AF gespeichert (akkumuliert), dort stand vorher der Wert 0.
- Bei sofortiger erneuter Aktivierung durch [KORR] weigert sich der Rechner, weil die Abweichung noch Null ist und mindestens 24 Stunden vergehen müssen, bevor er eine erneute Korrektur zuläßt.
- Das Menü kann mit dem Tastendruck [CANCL] verlassen werden. Man ist dann wieder im Arbeitsverzeichnis JUST.
Kurz-Anleitung
für Kalibrierung per Programm
(die letzte Spalte weist auf die entsprechenden Ziffern der obigen Beschreibung hin)
(a) Im Verzeichnis JUST Justiermenü mit [KMENU] aufrufen. (b) Eine Uhrzeit in den Stack stellen, die demnächst erreicht wird. Ziffer 3 (c) Erreicht die Vergleichsuhr diesen Zeitpunkt, [JETZT] drücken. Ziffer 4 (d) [WERTE] drücken und angezeigte Werte prüfen, Ziffer 5 wenn wiederholt werden soll, dann (b) bis (d) wiederholen,
Ziffer 6 sonst mit (e) weiterfahren.
(e) [KORR] drücken. Justierung ist abgeschlossen.
Korrekturergebnisse werden angezeigt.Ziffer 7 (f) Menü mit [CANCL] verlassen. (g) In einigen Wochen wieder mit (a) beginnen.
Im aktuellen Verzeichnis JUST (siehe obiges Bild_3) sind durch die Justierung die neuen Variablen LOE, AFKO, STUND, UHRKO und WERTE (siehe rechts Bild_7) hinzugekommen.
Vier davon wurden im Text oben beschrieben. Mit der Menüfunktion [LOE] kann man diese fünf neuen Variablen (einschließlich LOE selbst) löschen.
Diese Hinweise auf die Tools werden ohne jede Gewähr für die Aktualität und für den Funktionsumfang gegeben, weil die Autoren inzwischen Änderungen vorgenommen haben können. Maßgebend sind die aktuellen Versionen, die bei den angegebenen Quellen zu finden sind.
(LIB 400, Autor: Herr Prof. Dr. Wolfgang Rautenberg, Freie Universität Berlin).
Dieses Tool bietet Uhrzeitkorrektur, Justierung und Zeitumstellung in einem Programm.
Beschreibung in englischer Sprache.
Quelle: ftp://ftp.math.fu-berlin.de/pub/usr/raut/HP49/time/AdjustCk.zip.
Der Benutzer bekommt die Uhrzeit des HP 49G analog als Grafik auf dem Bildschirmchen (siehe rechts Bild_8) angezeigt. Er kann mit den Cursortasten die Uhrzeit verstellen (um ±1 s und ±0.1 s) und mit zwei weiteren Tasten [STO] und [ENTER] den automatischen Justierungsvorgang generieren.
Die Zeitumstellung Winterzeit/Sommerzeit (= DST = day-light saving time) um eine Stunde wird mit den Tasten [leftshift] und [rightshift] vorgenommen.
(LIB 1333, Autor: Herr Heiko Arnemann)
Dieses Tool bietet Uhrzeiteinstellung, Synchronisieren durch einmaligen Tastendruck, Organisation von Zeitzonen und Zeitumstellung Winterzeit/Sommerzeit, automatische Korrektur der HP49-Uhr sowie eine optionale Tastenbelegung.
Beschreibung in englischer Sprache.
Quelle: http://www.hpcalc.org/hp49/utils/time/
Nach der Kalibrierphase, in die auch "Verstellungen um ganze Stunden" (z.B. Zeitzonenwechsel, Winterzeit <=> Sommerzeit) fallen dürfen, kann die automatische Korrektur der HP49-Uhr zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen. Das dazu erforderliche Programm AAD (Auto Adjust) berechnet nach jedem Aufruf die erforderliche Korrektur und verstellt dementsprechend die HP49-Uhr. Spätere Kalibriervorgänge, zur Anpassung der Gangabweichung an aktuelle Betriebsbedingungen, sind möglich. Für den Fall, daß die erforderliche tägliche Korrektur bekannt ist, kann eine verkürzte Kalibrierprozedur angewandt werden.
Weitere aktuelle TIME-Tools
findet man bei www.hpcalc.org.
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