Die ersten Schritte mit dem HP 49G

Hinweise zur Vermeidung von Anfängerfehlern

Die hier verwendete Notation ist in einem gesonderten Beitrag zusammengestellt.

Inhalt

Auspacken des Rechners
Vorder- und Rückseite des Rechners
Hartplastik-Schutzkappe
Batterien und Akkus
Das erstmalige Einschalten
Die ersten Versuche
Beschreibung der Rechneraufbaus
Handbücher

Zur Beitragsübersicht


Sie haben nun Ihren HP 49G bekommen und wollen ihn gleich ausprobieren? In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie zuerst nachfolgenden Text lesen, um die typischen Anfängerfehler und damit Ärger und zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Der Autor hat sein Exemplar im November 1999 gekauft, der Lieferumfang und gewisse Einzelheiten können sich inzwischen geändert haben.

Auspacken des HP 49G

Der Kaufbeleg (Rechnung, Quittung) sollte aufbewahrt werden, weil er Anspruchsgrundlage für Garantieleistungen darstellt.

Bevor man die Verpackung öffnet, sollte überprüft werden, ob sie unbeschädigt ist (originalverpackt, ungeöffnet, keine Beschädigungen). Bei Beschädigungen sofort beim Lieferanten oder beim Lieferservice reklamieren. Die Originalverpackung sollte mindestens während der Garantiezeit aufbewahrt werden, da Rücksendungen meist nur in Originalverpackung anerkannt werden.

Das Überprüfen der Lieferung auf Vollständigkeit des Inhalts sollte nicht versäumt werden. Der auf der Lieferliste verzeichnete Lieferumfang (Handbücher, Kabel, CD, Garantiekarte, Seriennummer, Registrierkarte, Batterien, Namensschild, Hinweise auf Hotline und Herstellerservice) sollte auf Vollständigkeit überprüft werden.

Wurden die beiden deutsch-sprachigen Handbücher mitgeliefert?:

 

Vorderseite und Rückseite des Rechners

Vorderseite des HP 49GDas nebenstehende Bild (Quelle: Hewlett Packard) zeigt die Vorderseite des Rechners. Ein Klick auf das Bild bewirkt eine vergrößerte Anzeige.

Auf der Vorderseite befinden sich das LCD-Bildschirmchen und die Tastatur.

Das Bildschirmchen schillert bei manchen Lichtverhältnissen in allen Regenbogenfarben. Dies ist für den HP 49G normal und kein Grund zur Sorge. Mechanische Spannungen innerhalb der Acrylabdeckung führen manchmal zu diesem Effekt, der durch die Polarisierung des auftreffenden Lichts hervorgerufen wird.

Die Tastatur hat 51 Tasten. Die Tastenbezeichnung ist auf die Tasten aufgedruckt und kann sich abnutzen. Reklamationen deswegen sollten innerhalb der Garantiezeit erfolgen. Bei manchen Exemplaren sind auch Tasten verdreht eingebaut, siehe besonderen Hinweis. Die Tastatur und die Tastenbefehle sind in eigenen Beiträgen beschrieben.

Der serielle Anschluß (COM, V.24) befindet sich in der Mitte der oberen Schmalseite des Rechners. Das Anschlußkabel des PC-Connectivity-Kit (Anschlußsoftware mit Kabel) hat einen D-SUB-Stecker für den PC und einen kleinen Stecker (10-polige Steckbuchse). Dieser wird oben in den Rechner eingesteckt, dort sind als Gegenstück 10 Steckerstifte vorhanden.

Die Stifte des seriellen Rechneranschlusses dürfen nicht verbogen werden. Wenn die Stifte abbrechen, kann man keine Programme laden und auch nicht mit dem PC kommunizieren. Dann muß der Rechner zur Reparatur eingesandt werden. Auch sollte das Kabel nicht mit Gewalt dort einsteckt werden. Zwei Ecken der Steckbuchse des Kabels sind leicht abgerundet, diese Seite muß zur Unterseite des Rechners zeigen. Der Hersteller hat auf der Oberseite der Steckbuchse das HP-Logo eingeprägt. Dieses muß zur Oberseite des Rechners zeigen.Sehen Sie sich den Stecker am Kabels und die Öffnung an der oberen Schmalseite des Rechners genau an, dann wissen Sie, wie der Stecker eingesteckt werden muß.

Die Rückseite des Rechners enthält den Aufdruck des Herstellers mit Seriennummer. Die Seriennummer sollte notiert und mit der Angabe auf der Garantiekarte verglichen werden. Im Schriftfeld befindet sich oben rechts ein kleines Loch. Mit diesem hat es eine besondere Bewandtnis. Es dient zum Notstart des Rechners.

In unteren Teil der Rückseite ist die Batterieklappe, die das Batteriefach abdeckt (siehe unten).

Hartplastik-Schutzkappe

Zum HP 49G gehört eine hellblaue durchscheinende Hartplastik-Schutzkappe. Diese wird von der unteren Schmalseite her über den Rechner geschoben. Sie kann abgenommen und umgedreht werden, so daß sie an der Rückseite des Rechners "geparkt" werden kann. Das nebenstehende Bild (Quelle: Hewlett Packard) zeigt diese Schutzkappe und die Rückseite des Rechners (nur Batterieklappe sichtbar, die Schrift auf der schwarzen Rückseite ist nicht sichtbar). Durch Klick auf das Bild kann es größer dargestellt werden.

Man nehme zum Abziehen und Umstecken der Schutzkappe den Rechner mit der einen Hand immer oben an den seitlichen Gummi-Noppen, die Schutzkappe fasse man aber seitlich unten an. In der Mitte sollte die Schutzkappe nicht zusammengedrückt werden, denn unter den geriffelten Flächen befindet sich die Arretierung.

Die Schutzkappe ist zum Schutz der Tastatur gedacht, damit der Rechner beim Transport nicht versehentlich eingeschaltet wird.

Ein Weichleder-Etui wird nicht mitgeliefert. Falls man Wert darauf legt, kann das Etui vom HP 41CV (falls vorhanden oder noch lieferbar) verwendet werden. Der HP 49G paßt genau hinein.

Batterien und Akkus

Nun liegt der HP 49G ausgepackt vor Ihnen. Da er ein elektronisches Gerät ist, braucht er zum Betrieb eine Stromversorgung mit einer Gleichspannung aus Batterien. Eine Stromversorgung aus einem Netzgerät ist nicht vorgesehen, da der Stromverbrauch so gering ist, daß ein Batteriesatz sehr lange ausreicht. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man auch Akkus verwenden, siehe unten.

Batterietyp:

Für den Rechner sind 3 Batterien vom Typ Micro (= Batteriesatz) mit 1,5 V Zellenspannung vorgesehen. Dieser Batterietyp hat die IEC-Bezeichnung R03. Andere Bezeichnungen sind: AAA, SUM 4 oder AM 4. Wenn man nicht sicher ist, welcher Typ vorliegt, kann man auch die Größe überprüfen: Ø 10,5 mm, Höhe 44,5 mm. Man sollte immer gegen Auslaufen gesicherte Alkaline-Batterien verwenden.

Mitgeliefert werden 3 Alkaline-Batterien (LR03, das "L" vor der Typbezeichnung weist auf Alkali-Mangan-Batterien hin).

Batterien einlegen:

Achten Sie bitte darauf, daß die Hartplastik-Schutzkappe auf der Vorderseite des Rechners angebracht ist, damit die Tastatur beim Einlegen der Batterien geschützt ist. Nun wird er umgedreht, so daß die Rückseite nach oben zeigt und der Rechner auf der Schutzkappe aufliegt. Ohne Schutzkappe lägen die Tasten direkt auf der Unterlage auf, der Rechner könnte so während des Batterie-Einlegens unbeabsichtigt eingeschaltet werden, was unbedingt vermieden werden muß.

Im unteren Teil der Rückseite des Rechners befindet sich das Batteriefach. Drücken Sie leicht (nicht zuviel Kraft anwenden!) auf die Vertiefung der Batterieabdeckung und schieben Sie den Schiebedeckel nach unten.

Legen Sie die drei mitgelieferten Batterien polrichtig ein: Die richtige Polung ist im Batteriefach gekennzeichnet. Die drei Batterien sind in Reihe geschaltet, wobei sich die Spannungen addieren. Bei falscher Polung einer oder mehrerer Batterien kann die nötige Spannung nicht erreicht oder sogar umgekehrt werden. Beides könnte für den Rechner schädlich sein.

Man legt am besten zuerst die beiden äußeren Batterien ein und zuletzt die mittlere, herausnehmen in umgekehrter Reihenfolge. Diese Reihenfolge hat sich als vorteilhaft erwiesen, weil dadurch die langen Kontaktstücke durch die äußeren Batterien schon festgehalten sind, wenn die mittlere eingelegt wird.

Während Sie mit einer Hand an der oberen Schmalseite des Rechners gegendrücken, wird der Schiebedeckel des Batteriefachs von unten in die Nut eingeführt und bis zum Einrasten zugeschoben. Wenn Sie nicht gegenhalten, schiebt sich der Rechner aus der Schutzkappe und liegt dann doch auf den Tasten.

Batterie-Alarm:

Nur wichtig bei Rechnerbetrieb, nicht vor dem erstmaligen Einschalten!

Im Bildschirmchen am oberen Rand befinden sich Indikatoren, die Systemzustände anzeigen. Normalerweise sind sie nicht sichtbar. Der Alarm-Indikator ((·)) ist nur sichtbar, wenn ein programmierter Alarm ansteht oder die Betriebsspannung unter den zulässigen Wert absinkt. Beim Batterie-Alarm wird zusätzlich zum Indikator LowBat (S) auf dem Bildschirm angezeigt.

Hinweis: Das (S) in dieser Anzeige ist noch ein Überbleibsel vom HP 48GX (aus dem der HP 49G hervorging), wo beim Batterie-Alarm zwischen Systembatterien (S) und Batterien der RAM-Karten für Portspeicher (P1) und (P2) unterschieden werden muß. Beim HP 49G gibt es nur die Systembatterien, aber keine RAM-Karten für Portspeicher. Der Portspeicher ist beim HP 49G fest eingebaut (siehe unten) und wird von den Systembatterien versorgt.

Bei einem Batterie-Alarm wird ein Batteriewechsel während des Betriebes erforderlich. Diese Anzeige läßt sich nicht abschalten, sie ist auch bei ausgeschaltetem Rechner sichtbar.

Batteriewechsel:

Wenn der Alarm-Indikator zusammen mit der Anzeige LowBat (S) erscheint, hat man bei normalen Alkaline-Batterien noch ausreichend Zeit, den Arbeitsgang zu vollenden, weil die Spannung bei diesen Batterien sehr langsam abfällt. Nach Ausschalten des Rechners erholen sich meist die Batterien, so daß man den Batteriewechsel nicht unbedingt sofort durchführen muß.

Bei Akkus ist Eile geboten, der "Batterie"wechsel muß sofort durchgeführt werden (siehe unten).

Ein Batteriewechsel muß spätestens 2 Minuten nach dem Herausnehmen der ersten Batterie erledigt sein. Ist der Rechner länger ohne Stromversorgung, verliert der Benutzerspeicher seine Inhalte.

Dringende Empfehlung:
Für den Fall, daß der Batteriewechsel mißlingt oder der Strom aus anderen Gründen ausgeht, sollte immer nach einem wichtigen Arbeitsabschnitt eine Datensicherung durchgeführt werden. Hinweise sind dem Beitrag "Tools" zu entnehmen.

Batterien pflegen:

Die Batterien müssen nicht besonders gepflegt werden.

Es ist sehr wichtig, daß gegen Auslaufen gesicherte Fabrikate verwendet werden (Alkaline), damit der Rechner nicht zerstört wird.

Wichtig ist auch, daß immer drei Batterien des gleichen Fabrikats im gleichen Gebrauchszustand verwendet werden. Falls man Batterein zwischendurch herausnimmt und durch Akkus ersetzt (siehe unten), sollten die drei gemeinsam herausgenommenen als Batteriesatz gekennzeichnet werden, damit beim Wiedereinsetzen nicht alte und neue Batterien vermischt werden.

Aufladbare Batterien (Akkus):

Anstelle von Batterien können auch Akkus der Bauform Micro (AAA) verwendet werden. Diese haben eine Nennspannung von 1,2 V. In frisch aufgeladenem Zustand erreichen sie eine Spannung von bis zu 1,4 V. Der Autor verwendete bisher Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) mit etwa 200 bis 250 mAh, die bis zu 1000-mal aufgeladen werden können und schnell-ladefähig oder für beschleunigtes Laden geeignet sind.

Folgende zwei Fabrikate haben sich beim Autor bewährt:

Die Akkus müssen zum Aufladen herausgenommen werden. Dann muß sofort (innerhalb 2 Minuten) ein anderer Batterie- oder Akkusatz in den Rechner eingesetzt werden, damit die Speicherinhalte nicht verlorengehen. Eine Aufladung im Rechner ist nicht möglich.

Man schaffe sich ein geeignetes Ladegerät an. Wenn man "schnell-ladefähige" Akkus verwendet, ist der Akkusatz schon nach ungefähr 3 Stunden aufgeladen (bei normalen NiCd-Akkus nach etwa 15 Stunden).

Besondere Voraussetzungen bei Verwendung von Akkus:

Der Rechner kommt noch mit einer Spannung von 3 × 1,12 V = 3,36 V aus. Fällt die Spannung unter diesen Wert, kommt ein Batterie-Alarm. Dann muß bei Akkus der "Batterie"wechsel sofort durchgeführt werden. Das hängt damit zusammen, daß bei Akkus am Schluß die Spannung sehr rasch abfällt und dann nicht mehr zum Betrieb des Rechners ausreicht. Wenn man nicht sofort reagiert, kann es vorkommen, daß Speicherinhalte nicht mehr gehalten werden können (so, als ob keine Batterien vorhanden wären). Dann muß sofort ein frisch geladener Akkusatz eingesetzt werden.

Man halte also immer einen aufgeladenen Akkusatz bereit, der sofort eingesetzt werden kann.

Auch bei Akkus gilt wie bei Batterien, daß nicht verschiedene Fabrikate oder unterschiedliche Ladezustände in demselben Akkusatz verwendet werden dürfen.

Für bestimmte (stromzehrende) Aktionen in Zusammenhang mit dem PC-Connectivity-Kit (Datenaustausch mit dem PC, Betriebssystem-Upgrade) empfiehlt der Hersteller, vorher einen neuwertigen Batteriesatz einzusetzen. Nach diesen Aktionen kann der vorherige gebrauchte Batterie- oder Akkusatz wieder eingesetzt werden.

Der Autor hat es aber auch mit einem frisch geladenen Akkusatz geschafft, solche Aktionen einwandfrei durchzuführen und zu vollenden, ohne daß die Akkus versagt haben.

Wirtschaftlichkeit von Akkus:
Nach Erfahrungen des Autors hat ein Batteriesatz mit Alkaline-Batterien die Kapazität ("Lebenszeit") von (schätzungsweise) 4 Ladungen eines Akkusatzes. Mit einfachen Worten: Man muß einen Akkusatz viermal wechseln, während man einen Batteriesatz in derselben Zeit nur einmal wechselt.

Ein frisch geladener Akkusatz reicht (schätzungsweise) für mindestens vier Stunden Dauerbetrieb des Rechners, so daß man auch mit dem "Nachladen" der Akkusätze (Beschleunigte oder Schnell-Ladung = 3 Stunden) leicht nachkommt.

Wirtschaftlichkeitserwägungen sprechen beim Autor als "Vielrechner" eindeutig für die Verwendung von Akkus. Die Kosten für das Ladegerät, 3 Akkusätze und 1000-maliges Aufladen sind weit geringer als der Kauf (und die Entsorgung) von entsprechend vielen Batteriesätzen.

Geringere Betriebsspannung des Rechners:
Die geringere Betriebsspannung der Akkus von 3 × 1,2 V (Nennspannung) gegenüber der vorgesehenen Betriebsspannung von 3 × 1,5 V (Nennspannung) bei Batterien hat sich beim Rechner des Autors nicht auf die Leistung ausgewirkt. Auch die Konstanz des Taktgenerators, der für die Systemuhr und die Zeitfunktionen zuständig ist, ist dadurch nicht beeinträchtigt worden.

Empfehlung:
Man halte immer etwa 2 Batteriesätze und 2 frisch aufgeladene Akkusätze zusätzlich zu dem im Rechner befindlichen in Bereitschaft. Damit kann einem der Strom auch im Extremfall nicht ausgehen.

Aufbewahrung der Batteriesätze:
Zur Aufbewahrung dieser Batteriesätze haben sich normale Zündholzschachteln ("Welthölzer", "Haushaltsware", "Zündis", o.a.) ausgezeichnet bewährt. In eine Zündholzschachtel passen genau 3 Akkus oder Batterien der Größe AAA hinein. Ein kleines Schaumgummistück dient zur Fixierung innerhalb der Schachtel. Entsprechende Aufkleber gewährleisten, daß die einzelnen Sätze nicht verwechselt werden.

NiMH-Akkus:
Neuerdings gibt es auch preiswerte NiMH-Akkus (ohne Memory-Effekt) mit 750 mAh Kapazität. Dafür ist ein spezielles Ladegerät erforderlich. Der Autor hat keine Erfahrungen damit. Die Eignung für den HP 49G müßte geprüft werden.

Bitte lesen Sie auch im Benutzerhandbuch auf den Seiten D-2 und D-3 nach, was dort über Batterien geschrieben steht.

 

Das erstmalige Einschalten

Die Bedeutung der Bezeichnung von Tastenfolgen im Text lesen Sie bitte im Beitrag Notation nach.

Sind die Batterien eingelegt und das Batteriefach wieder verschlossen, kann man den Rechner umdrehen und die Schutzkappe nach hinten umstecken.

Der Einschaltknopf ist eine Taste, die sich in der unteren Tastenreihe ganz links befindet und die Aufschrift "ON" trägt. Ein kurzer Druck auf diese Taste, wir bezeichnen sie mit [ON], schaltet den Rechner ein.

Der Bildschirm zeigt je nach Voreinstellung im Lieferzustand die Standardanzeige. Diese enthält drei Abschnitte:

  1. Der obere Teil, durch einen waagrechten Strich nach unten abgegrenzt, ist der Header, wo alle Statusanzeigen zusammengefaßt sind. Dort kann man die Modus-Einstellungen ablesen (Arbeitsmodus, Winkelmodus, Koordinatenmodus, Zahlenmodus, Pfad des aktuellen Verzeichnisses).
  2. Unter dem Stich ist der Stackbereich oder History-Speicher, wo die Ergebnisse gezeigt werden.
  3. Der unterste Teil besteht aus 6 Feldern, der als Menübereich verwendet wird.

Siehe dazu auch Benutzerhandbuch Seite 2-4 "Standardanzeige".
Die Bildschirminhalte beachten wir aber noch nicht, sondern stellen erst einmal die Bildschirmhelligkeit bzw. den Kontrast der Anzeige ein.

Dazu brauchen wir drei Tasten:

  1. Die schon bekannte Taste [ON],
  2. die Taste [+] ganz rechts in der vorletzten Tastenreihe,
  3. die Taste [-] ganz rechts in der dritten Tastenreihe von unten.

Helligkeit und Kontrast des Bildschirms einstellen:
(siehe auch Benutzerhandbuch Seite 2-3)

Mit einem Finger wird die Taste [ON] gedrückt und niedergehalten. Mit einem anderen Finger drücken wir (während die Taste [ON] festgehalten wird) mehrmals kurz die Taste [+], der Bildschirm muß dunkler werden, der Kontrast nimmt zu. Wenn wir die Taste [-] mehrmals kurz drücken ([ON] dabei nicht loslassen!), wird der Bildschirm heller und der Kontrast geringer. Wenn der Bildschirm im gewünschten Zustand ist, lassen wir die Taste [ON] los.

Ausschalten des Rechners:

  1. Zum Ausschalten wird zuerst die rote Taste mit dem "Rechts-Abbiegen-Pfeil" ("Umschalttaste rechts" oder [rightshift]) kurz gedrückt. Über dem Header auf dem Bildschirm befinden sich die Indikatoren, dort wird das auf der Taste aufgedruckte Zeichen in blauer Farbe gezeigt.
  2. Wir drücken nun als zweite Taste die Taste [ON], über der in rot OFF aufgedruckt ist. Der Rechner wird dadurch ausgeschaltet.

Ausschalten also nach unserer Notation: [rightshift] [ON] .

Erklärung:
Diese rote Taste schaltet die anschließend gedrückte Taste um auf die Funktion, die über der Taste auf dem Rechnergehäuse rot aufgedruckt ist. Der Indikator zeigt, daß die Umschaltung aktiv ist. Ein nochmaliger Druck auf die rote Taste löscht die Umschaltung. Eine Erläuterung der Umschalttasten für die Mehrfachbelegung der Tastatur finden Sie im Beitrag Tastatur.

Ausschalt-Automatik:
Sollte man vergessen haben, den Rechner auszuschalten, dann schaltet er sich nach 5 Minuten automatisch selbst ab. Diese Zeit kann beliebig eingestellt werden.

Die ersten Versuche

In den nachfolgenden Abschnitten wird auf die Kapitel des Handbuchs verwiesen, die parallel zu diesem Text sehr aufmerksam gelesen werden sollten. Das Benutzerhandbuch ist sehr kompakt geschrieben, es enthält kein Wort zuviel und kein Wort zu wenig.

Erster Versuch, etwas zu rechnen

Mit dem HP 49G kann man auf zwei verschiedene Arten rechnen:

Der ALG-Modus

Dieser Modus ist bei Lieferung voreingestellt. Damit kann man rechnen wie bei normalen Taschenrechnern mit arithmetischer Notation.

Wir rechnen jetzt

25 × 12 =

mit dem HP 49G im ALG-Modus.

Wer mit der arithmetischen Notation eines üblichen Taschenrechners vertraut ist, kann dies auf Anhieb:

Die Zahl 25 mit den Tasten [2] [5] eintippen,
dann das Multiplikationszeichen [×] eintippen,
dann die Zahl 12 mit den Tasten [1] [2] eintippen.

In der untersten Zeile des Bildschirms steht (die Bildschirmanzeige setzt für × ein Sternchen *):
25*12

Beim "arithmetischen" Taschenrechnern drückt man jetzt auf [=]. Diese Taste gibt es aber bei HP 49G nicht. Es gibt zwar ein rot aufgedrucktes = über der Taste [+/-], jedoch ist dies die Vergleichsfunktion.

Was nun?

Dafür hat der HP 49G die Taste [ENTER] (unterste Tastenreihe, rechte Taste). Die Betätigung dieser Taste sagt dem Rechner "Eingaben übernehmen und Ergebnis ausrechnen". Wir drücken [ENTER] und sehen auf dem Bildschirm in der zweiten Zeile von unten auf der linken Seite
: 25 · 12
und in der untersten Zeile auf der rechten Seite das Ergebnis 300.

Alle Zeilen außer der letzten Zeile werden im ALG-Modus History-Speicher genannt. Die unterste Zeile ist die Ergebniszeile.

Wir rechnen als zweites Beispiel: 3.59 × 4.18 / 12.24 =

Die Eingabe wird so eingetippt, wie sie hier steht. Wir verwenden den Dezimalpunkt, der mit der mittleren Taste der untersten Tastenreihe eingegeben wird. Anstelle des "=" wird die Taste [ENTER] gedrückt. Das Ergebnis 1.22599673203 steht in der letzten Zeile. Die Zeilen über dem Ergebnis zeigen den Berechnungsablauf (Historie).

Weitere Beispiele und Erklärungen zum ALG-Modus erübrigen sich, weil die Erklärungen im Benutzerhandbuch sich hauptsächlich auf den ALG-Modus beziehen.

Bitte lesen Sie jetzt in Benutzerhandbuch das Kapitel 1 komplett und das Kapitel 2 bis Seite 2-16.

Jetzt kommen wir zu den Betriebseinstellungen.

Der RPN-Modus

RPN ist eine Besonderheit der HP-Taschenrechner. Schon der erste HP-Taschenrechner HP35 hatte nur den RPN-Modus. Beim HP 49G hat HP den ALG-Modus erstmalig zusätzlich zum RPN-Modus eingebaut. Zwischen beiden Modi kann umgeschaltet werden.

Nachdem der ganze Systemaufbau und das Betriebssystem des HP 49G auf RPN aufbaut, ist es zweckmäßig, diesen Modus zu nutzen, da er Priorität hat. Die Programmierung über die Benutzerprogrammiersprache erfolgt ausschließlich im RPN-Modus, obwohl man auch algebraisch arbeiten kann, indem man "algebraische Ausdrücke" in die Programme einführt. Das ist jedoch meist ein Umweg.

Alle HP-Benutzer der früheren Taschenrechner sind RPN gewohnt und möchten diesen Modus nicht missen. ALG (arithmetische Notation) dagegen wird kaum verwendet, weil Programme im ALG-Modus umständlicher zu schreiben sind.

Umschalten des Rechners in den RPN-Modus:

  1. Oben rechts in der Statusanzeige wird ALG angezeigt.
  2. Wir löschen den Bildschirm mit [rightshift] [Rücktaste] (die Rücktaste ist ganz rechts in der 4. Tastenreihe).
  3. Wir drücken die Taste [MODE] (2. Reihe, 2. Taste). Wir erhalten das "Calculator Modes"-Auswahlmenü. Die erste Zeile "Operating Mode" ist bei "Algebraic" bereits invers markiert.
  4. Wir drücken jetzt die Taste [+/-] (6. Reihe , 2. Taste). Die Anzeige "Algebraic" wechselt auf "RPN".
  5. Das über der Taste [F6] (1. Reihe 6. Taste) befindliche Menüfeld zeigt OK an. Nun drücken wir [F6]. Dieses OK bewirkt die Aktivierung des RPN-Modus. Die Statusanzeige ALG oben rechts verschwindet.
  6. Der Rechner kehrt in den Anzeige-Zustand zurück.
  7. Nun sehen wir auf der linken Seite die Zeilennummern, die von unten nach oben zählen.
  8. Diese Zeilen heißen Stack und sind Speicherbereiche für verschiedene Objekte (Zahlen, Texte usw.), siehe dazu auch den Beitrag "Stack".

Prinzip von RPN

Bei der umgekehrten polnischen Notation übergibt man zuerst die Objekte, mit denen gearbeitet werden soll, an den Rechner. Anschließend wird dem Rechner mitgeteilt, wie mit diesen Objekten zu verfahren ist.

Also merke man sich die Reihenfolge bei RPN: Erst "Was?" Dann "Wie?"

Wir nehmen unser Beispiel von oben: 25 × 12 =

Zuerst müssen wir die beiden Zahlen 25 und 12 eintippen, und dann das Multiplikationszeichen,
also die Tastenfolge: [2] [5] [Trennzeichen] [1] [2] [×].

Als [Trennzeichen] können wir ein Leerzeichen [SPC] = Space (letzte Reihe, 4. Taste), ein Komma = [rightshift] [SPC] oder [ENTER] verwenden. Nach Eintippen der letzten Taste [×] steht das Ergebnis 300 in der Zeile 1 des Stack (unterste Zeile).

Sie sollten ruhig die Wirkung der verschiedenen Trennzeichen ausprobieren, um den Unterschied kennenzulernen.

Nun berechnen wir noch unser zweites Beispiel von oben: 3.59 × 4.18 / 12.24 =

Hier sei nur die Tastenfolge ohne Kommentar angegeben, der Leser weiß inzwischen Bescheid:

[3] [.] [5] [9] [Trennzeichen] [4] [.] [1] [8] [×]
[1] [2] [.] [2] [4] [÷]

Oder in einfacherer Schreibweise, wobei keine Tasten für die Zahleneingaben, sondern nur die Zahlen und Funktionstasten angegeben werden:

3.59 [Trennzeichen] 4.18 [×]
12.24 [÷]

Nach dem Eintippen der beiden Zahlen 3.59 und 4.18 und des Multiplikationszeichens erscheint sofort das Zwischenergebnis dieser Multiplikation. Dieses Ergebnis bleibt im Stackzeile 1 stehen. Nach Eintippen der Zahl 12.24 und dem Divisionszeichen erscheint das Ergebnis in Stackzeile 1.

Nach Eingabe der ersten Zahl muß ein Trennzeichen folgen, damit der Rechner weiß, daß jetzt noch ein zweites Eingabeobjekt folgt. Bei weiteren Eingaben erübrigt sich das Trennzeichen, weil die jeweilige Funktionstaste für Multiplikation oder Division oder ein vorhandenes Stackobjekt als Trennzeichen fungiert.

Weitere Erläuterungen zum RPN-Modus sind nicht nötig, da die umgekehrte polnische Notation an Einfachheit nicht zu überbieten ist. Es gibt keine Klammern und keine Klammerebenen. Komplizierte Ausdrücke löst man von innen her auf.

 

Beschreibung des Rechneraufbaus

Nun zum Schluß noch eine kurze Beschreibung des Rechneraufbaus, damit der Leser die Zusammenhänge erkennt.

Der HP 49G ist ein Kleincomputer mit (fast) allen Komponenten, die auch ein PC hat.

Betriebssystem

Beim Auto bewirkt das Betätigen der Kupplung und das Einlegen des Ganges nichts, wenn der Motor nicht läuft.

Das Betriebssystem ist der Motor des Rechners. Durch Betätigen der Taste [ON] wird die Stromversorgung des Rechners eingeschaltet, das Betriebssystem startet dann automatisch. Wenn das Betriebssystem nicht läuft, werden die Tastendrücke nicht erkannt und die zugehörigen Funktionen nicht ausgeführt. Das Betriebssystem fragt die Tasten ab, interpretiert deren Bedeutung, führt die zugeordneten Kommandos aus und zeigt das Ergebnis an.

Das Betriebssystem des HP 49G kann aktualisiert werden. Im Internet werden neue Betriebssystemversionen (Updates) angeboten. Nach Herunterladen des neuen Update kann dieser in den Rechner übertragen werden. Diesen Vorgang nennt man Upgrade (Aufrüsten). Die Anleitungen dazu finden Sie in den Dateien flash.htm und flash1.htm.

Anzeige

Der Anzeigebildschirm ist ein Schwarz-Weiß-LCD-Display mit 131 × 64 Pixel. Außer Text kann diese Anzeige auch Grafiken darstellen. Näheres ist im Beitrag "Grafik" nachzulesen.

Tasten

Die 51 Tasten der Tastatur reichen nicht für den Betrieb des Rechners aus. Deshalb sind sie 7-fach belegt. Außer dieser Belegung kann noch eine vom Benutzer definierte Belegung hinzugefügt werden. Hinweise zur Mehrfachbelegung der Tastatur finden Sie im Beitrag "Tastatur".

Benutzerspeicher und Portspeicher

Der HP 49G ist mit 512 kB RAM und 2 MB Flash memory (1 MB für "upgradable" ROM , 1 MB für den Benutzer verfügbar) ausgestattet. Der Benutzer sieht drei Port-Speicherbereiche:
1. Internes System RAM (random access memory, 256 kB, Port 0),
2. Erweitertes RAM (256 kB, Port 1), und
3. Benutzer-Flash-ROM (read-only memory, 1 MB, Port 2).

Alle Speicherzellen sind im HP 49G fest eingebaut. Zusätzliche, einsteckbare RAM-Karten gibt es nicht.

Ein File-Manager (Aufruf durch [APPS] [7] [F6]) steht zur Verfügung, mit dem per Menü eine Übersicht mit Baumstruktur für den Benutzerspeicher und die Ports angezeigt wird. Im Menü kann entsprechend ausgewählt werden.

Der Benutzerspeicher teilt sich den Speicherplatz mit Port 0. Der Benutzerspeicher ist wie eine PC-Festplatte organisiert und hat maximal 256 kB. Vom Benutzer können Variablen, Verzeichnisse und Unterverzeichnisse angelegt werden. Der Pfad des aktuellen Verzeichnisses erscheint im Header und die Namen der Variablen erscheinen im jeweiligen Menü, das am unteren Rand das Bildschirms sichtbar ist. Dort sind nur 6 Menüfelder zu sehen. Hat ein Verzeichnis mehr als 6 Variablen oder Unterverzeichnisse, so kann man diese durch "Blättern" mit der Taste [NXT] ansehen.

Der Portspeicher hat eine andere interne Struktur als der Benutzerspeicher und dient zur Ablage (Sicherung, Backup) von Objekten (Variablen, Programmen, usw.).

Port 0 gehört zum internen RAM, wie der Benutzerspeicher auch.

Port 1 ist eine Erweiterung des RAMs, hat ebenfalls 256 kB und ist unabhängig vom Benutzerspeicher.

Die Inhalte von Port 0 und Port 1 gehen verloren (flüchtiger Speicher), wenn die Stromversorgung ausfällt oder der Rechner abstürzt.

Port 2 ist ein nicht flüchtiger Speicher (Flash-ROM) mit etwa 1 MB. Die Inhalte bleiben auch erhalten, wenn die Batterien für längere Zeit herausgenommen wurden oder das System abgestürzt ist.

Näheres können Sie im Beitrag "Portspeicher" nachlesen.

Bitte lesen Sie über das "Speichern von Objekten" auch das Kapitel 7 im Benutzerhandbuch ab Seite 7-1.

Betriebsmodi und Flags

Die Einstellungen der verschiedene Betriebsmodi und Ausgabeformate können über die Flags vorgenommen werden. Was beim PC in INI-Dateien oder in der Registry abgelegt ist, wird (in einfacherer Form) beim HP 49G über Flags eingestellt. Es gibt 128 Systemflags, mit denen die Systemeinstellungen modifiziert werden können. Außerdem stehen dem Benutzer für seine Programme 128 Benutzerflags zur Verfügung. Es gibt eigene Flag-Befehle, mit denen per Tastatur oder per Programm die Flageinstellungen abgefragt und verändert werden können.

Die Bedeutung der Systemflags ist in der "Tabelle der Systemflags" nachzulesen.
Im Beitrag "Arbeiten mit Flags" ist die Handhabung der Flags beschrieben.

 

Handbücher

Jetzt sollte der Rest des Kapitels 2 ab Seite 2-16 im Benutzerhandbuch gelesen werden.

Inzwischen dürfte der Leser soweit gekommen sein, daß er einige leichte Rechenaufgaben mit dem HP 49G selbständig durchführen kann.

Die weiteren Schritte muß der Leser nun nach dem Benutzerhandbuch für Fortgeschrittene durchführen. Der HP49-Anfänger wird dabei feststellen, daß manche Funktionen und Arbeitsweisen in den HP49-Handbüchern nicht oder nur dürftig erklärt sind. Deshalb noch einige Hinweise:

Hinweis auf die Dokumentation des Modell-Vorgängers:
Die Dokumentation des Herstellers für den HP 49G (Handbücher, Erläuterungen, Übersichten) ist sehr spärlich und meist nicht auf dem aktuellen Stand der Update-Versionen des Betriebssystems. Die inhaltliche Qualität der Handbücher des HP 49G reicht bei weitem nicht an das hohe Niveau seines Modell-Vorgängers (HP 48GX) heran.

Für den HP 48GX gibt es folgende ausführliches Dokumente:

  1. Ein deutsches Handbuch mit 602 Seiten
    (Teilenummer 00048-90127, Ausgabe 2;
    HP-interne Nummer 00048-90106),
  2. eine ausführliche deutsche Kurzanleitung mit 107 Seiten
    (Teilenummer 00048-90127, Ausgabe 3;
    HP-interne Nummer 00048-90107) und
  3. ein englisches Advanced User's Reference Manual mit 704 Seiten
    (Teilenummer 00048-90136, Edition_3).
    Dort sind auch Programmierbeispiele und eine ausführliche Command Reference (Erläuterung aller Befehle) enthalten.

Die Bücher des HP 48GX können mit geringfügigen Einschränkungen auch für den HP 49G verwendet werden, da der HP 49G eine Weiterentwicklung des HP 48GX ist. Lediglich die zusätzlichen Funktionen des HP 49G sind dort nicht beschrieben.

Weitere Informationen über die Befehle und Funktionen sind in den übrigen Beiträgen des Autors enthalten. Die Beitragsübersicht gibt einen Überblick über die Beiträge und deren Inhalt.

Die Beiträge beschreiben den Gebrauch der wichtigsten Befehle und Funktionen im praktischen Einsatz des Rechners. Die Praxisanwendungen aus Studium und Ingenieurbereich sind komplett abgehandelt mit Problembeschreibung, Problemanalyse, Lösungsansatz und Umsetzung in ein Rechnerprogram einschließlich Programmbeschreibung und Handhabungshinweisen.

Der Autor wünscht Ihnen viel Spaß mit Ihrem neuen Rechner.


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