(Irrtum vorbehalten!)
Musterbeispiel für die Anwendung der
Eingabemaske INFORM
und die Kommentierung eines Programms
Für die Einkommensteuer-Erklärung muß zuerst das zu versteuernde Einkommen (zvE) ermittelt werden. Hat man durch Abzug der Werbungskosten und Sonderausgaben dieses ermittelt, fehlt meist eine aktuelle Einkommensteuer-Grundtabelle oder Einkommensteuer-Splittingtabelle, die über die Höhe der Steuer Auskunft gibt. Man will doch vorher wissen, ob man noch etwas erstattet bekommt oder nachzahlen muß.
Zu diesem Zweck werden diese Tabellen für den HP 49G selber programmiert. Als Grundlage dient das Einkommensteuergesetz (EStG).
Im § 32 a des aktuellen Einkommensteuergesetzes ist die Formel für den Einkommensteuertarif abgedruckt. (im Internet unter www.bundesfinanzministerium.de nachsehen, dort unter "Einkommensteuertarif" suchen).
ESt = Höhe der Einkommensteuer
zvE = zu versteuerndes Einkommen
Das Programm zum HP 49G übertragen
Die Programme e2001 und e2002 für die Steuerberechnung des Jahres 2001 und 2002 sind in steuer.zip enthalten. e2002 muß eventuell noch korrigiert werden, wenn für die Ermittlung des zu versteuernden Einkommens in EURO ein anderer Teiler (anstelle von 54, siehe oben) gilt.
Da für beide Programme keine amtlichen Unterlagen zur Verfügung standen, übernimmt der Autor keine Gewähr für die Richtigkeit der Formeln und der Angaben.
Beide Programme werden vom PC auf den HP 49G übertragen, der Modus T(3) wird automatisch erkannt.
Das Programm ist kommentiert
Die Zeilen mit @ am Beginn sind Kommentar. Dieser ist nur im Quelltext auf dem PC sichtbar.
Die Kommentarzeilen werden nicht zum Taschenrechner übertragen. Das auf dem HP 49G befindliche Programm enthält keine Kommentierung mehr. @-Kommentarzeilen werden auf dem HP 49G nicht gespeichert.Deshalb sollte das auf der PC-Festplatte befindliche Programm im Originalzustand aufbewahrt werden
Wenn man HP-Programme auf dem PC (z.B. mit NOTEPAD) editiert, sollte man beachten, daß alle Textveränderungen innerhalb von Anführungszeichen die Formatierung der Darstellung ändern können. Unsichtbare Steuerzeichen innerhalb des editierten Textes (z.B. ASCII-Codes 9, 10, 12 oder 13) können zu Störungen der Anzeige des Ergebnisses führen. Am besten, man extrahiert die Programme aus steuer.zip und lädt sie unverändert auf den HP 49G.
Bei diesem Programm wird eine Eingabemaske verwendet, die durch den Befehl INFORM gebildet wird. Der Befehl INFORM ist in der englischen Ausgabe des HP 49G Advanced User's Guide, Volume 1 beschrieben. Auch im HP 48G Series Advanced User's Manual (Part Number 00048-90136) auf den Seiten 3-152 bis 3-154 ist eine Beschreibung von INFORM zu finden.
Besonders ausführlich sind beide Bücher nicht, man muß schon etwas herumprobieren, bis man mit INFORM umzugehen weiß. Die Eingabemaske dieses Programms soll als Beispiel dienen.
Nach Aufruf des Programms erscheint die Eingabemaske. Am unteren Rand ist lediglich die Funktion [EDIT] zu sehen. Nach Drücken auf die Taste [NXT] erscheinen weitere Funktionen.
- [RESET] überschreibt die voreingestellten Werte (hier: 30000; 0; 0; 1) mit den RESET-Werten.
- [CALC] ermöglicht eine Umschaltung in einen "Maskenstack", wo man die Werte berechnen kann, ohne daß man die Maske verlassen muß.
- [TYPES] gibt den Objekttyp des markierten Feldes an.
INFORM bietet für jedes auszufüllende markierte Feld eine Hilfe-Information (letzte Zeile über den Funktionsfeldern) an. Jedes markierte Eingabefeld kann überschrieben werden, indem man einfach die Eingabe beginnt. Dann erscheint eine Eingabezeile am unteren Rand (wo vorher der Hilfetext stand). Diese Eingabe wird mit [ENTER] oder [OK] abgeschlossen. Die fertig ausgefüllte Maske wird mit [OK] zur Berechnung freigegeben.
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Den Berechnungsgang kann man den oben angebenen Formeln nach §32 a des EStG entnehmen.
Im ersten Feld "Einkommen" wird das "zu versteuernde Einkommen" eingetragen, das sich aus dem Bruttoverdienst, vermindert um Werbungskosten und Sonderausgaben, ergibt. Die Finanzämter liefern auf der vorletzten Seite der "Anleitung zur Einkommensteuererklärung" ein Schema, nach dem man dieses "Einkommen" selbst ermitteln kann.
Im zweiten Feld "Steuerfrei" werden die "steuerfrei ausbezahlten Beträge" eingetragen. Das sind steuerfreie Einkommens- und Lohnersatzleistungen. Sie werden zwar steuerfrei ausbezahlt, unterliegen jedoch dem Progressionsvorbehalt. Das heißt: Für die Berechnung des Steuersatzes werden sie zum Einkommen hinzugerechnet, so daß sich ein höherer Steuersatz gegenüber dem normal zu versteuernden Einkommen ergibt. Mit diesem erhöhten %-Satz wird dann für das zu versteuernden Einkommen (ohne diese Zuschläge) die Höhe der Steuer berechnet.
Im dritten Feld "Lohnsteuer" wird die bezahlte Steuer (Summe der Lohnsteuer und der evtl. vorausbezahlten Einkommensteuer) eingetragen.
Bei dem Eintrag "1" in das vierte Feld "Ehegatten-Splitting" wird der entsprechende Wert der Splittingtabelle und bei "0" der entsprechende Wert der Grundtabelle berechnet.
Beispiel:
In der Eingabemaske (linkes Bild) die Berechnung durch [OK] gestartet. Nach kurzer Zeit erscheint das Ergebnis (rechtes Bild).
Das Programm schreibt die Zahlen des Ergebnisses in folgende Variablen:
LOE löscht die angezeigten Variablen
STEU enthält den Steuerbetrag (im Beispiel: 4600)
SATZ enthält den Steuersatz als Dezimalzahl (0.095499)
EINK enthält das eingegebene Einkommen (48275)
ZUSL enthält die steuerfreien Zuschläge (0)
LST enthält den Lohnsteuerbetrag (6000).Diese Zahlen können für weitere Berechnungen verwendet werden.
Das Programm kann jeweils der für das betreffende Jahr geltenden Formel des § 32 a EStG angepaßt werden. Die entsprechenden Stellen im Programm sind kommentiert, so daß die Anpassung für den erfahrenen HP-Anwender keine Schwierigkeiten bereiten dürfte.
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